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tut nichts zur sache schrieb:
sie scheinen universitäten als Firmen zu begreifen.
Universitäten haben nicht das Ziel, Arbeitskräfte auszubilden. Dafür würde auch das WIFI und die Fachhochschulen reichen.
Sie sprechen von "bedarfsorientiert" - wer bitteschön soll den Bedarf feststellen? Ein Zentralkommittee in autoritärem/kommunistischem Stil? Eine kurzsichtiges marktbasiertes System, dass die individuellen Verlierer sozial in den Tod treibt, und ausserdem im Normalfall (Boom/Bust Zyklen) weit jenseits von berechenbar und stabil ist?
Ich sage ihnen wie eine Uni nach ihrer Utopie aussieht: Sie ist tot. Keine zukunftsorientierte Forschung (weil die ja per se keinen Gewinn abwirft). Keine gesellschaftliche Rolle zur Bildung aller, und damit des gesamten Niveaus dem sich die Wirtschaft bedienen kann. Kein Geld durch Hochtechnologie, weil den intelligenten "High Potentials" ihr soziales Umfeld abhanden kommt - und deswegen auswandern. Die Uni, und der gebildete Bürger wären tot. Und ein bischen später ihre anscheinend ach so verehrte Wirtschaft.
Universitäten haben nicht das Ziel, Arbeitskräfte auszubilden. Dafür würde auch das WIFI und die Fachhochschulen reichen.
Sie sprechen von "bedarfsorientiert" - wer bitteschön soll den Bedarf feststellen? Ein Zentralkommittee in autoritärem/kommunistischem Stil? Eine kurzsichtiges marktbasiertes System, dass die individuellen Verlierer sozial in den Tod treibt, und ausserdem im Normalfall (Boom/Bust Zyklen) weit jenseits von berechenbar und stabil ist?
Ich sage ihnen wie eine Uni nach ihrer Utopie aussieht: Sie ist tot. Keine zukunftsorientierte Forschung (weil die ja per se keinen Gewinn abwirft). Keine gesellschaftliche Rolle zur Bildung aller, und damit des gesamten Niveaus dem sich die Wirtschaft bedienen kann. Kein Geld durch Hochtechnologie, weil den intelligenten "High Potentials" ihr soziales Umfeld abhanden kommt - und deswegen auswandern. Die Uni, und der gebildete Bürger wären tot. Und ein bischen später ihre anscheinend ach so verehrte Wirtschaft.
23/10 19:05:10
admin schrieb:
Witzig ist, dass der Standard fünf Tage nach Veröffentlichung des obigen Artikels nahezu ins gleiche Horn stößt, jedoch zumindest darüber objektiv berichtet. Eine gänzliche Abnabelung der Universitäten von der Politik wird bei uns sehr schwierig werden. Ein Zweisäulenmodell aus Staat und privatem/n Träger/n scheint jedoch, wie ebenfalls oben zu lesen, eine gangbare Lösung zu sein.
Hier der Link zum Standard-Artikel:
http://derstandard.at/fs/12...
Hier der Link zum Standard-Artikel:
http://derstandard.at/fs/12...
27/10 12:53:20
Bruna Sudetia schrieb:
Die linksextreme Zeitschrift Unique analysiert dazu ebenfalls richtig:
"Studienprogramme werden nun wieder von quasi-staatlichen Agenturen akkreditiert, die AbsolventInnen auf ihre wirtschaftlihce Nutzbarkeit (employability) getestet. Bildungsinstitutionen müssen nun zwar nicht mehr beweisen, dass sie Gewinne schreiben können, dafür aber, dass ihre Ausbildungen der Volkswirtschaft zuträglich sind."
Die Bereitschaft des Staates, jede erdenkliche Studienrichtung zu finanzieren, ergießt sich aus seinem Interesse an hoher Wertschöpfung, aber auch aus der Nützlichkeit, die nicht zwingendermaßen gewinnbringend sein muss.
"Studienprogramme werden nun wieder von quasi-staatlichen Agenturen akkreditiert, die AbsolventInnen auf ihre wirtschaftlihce Nutzbarkeit (employability) getestet. Bildungsinstitutionen müssen nun zwar nicht mehr beweisen, dass sie Gewinne schreiben können, dafür aber, dass ihre Ausbildungen der Volkswirtschaft zuträglich sind."
Die Bereitschaft des Staates, jede erdenkliche Studienrichtung zu finanzieren, ergießt sich aus seinem Interesse an hoher Wertschöpfung, aber auch aus der Nützlichkeit, die nicht zwingendermaßen gewinnbringend sein muss.
28/10 00:25:13
23/10: Die Uni brennt? Letztlich brennt der Steuerzahler!
Am Donnerstagmittag begann der Spuk. Mehrere dutzend Studenten der Akademie der bildende Künste starteten einen Protestwanderzirkus quer durch die Innenstadt. Auf ihrem Weg nahm die grölende Karawane weitere Artgenossen in ihre Reihen auf und nistete schließlich im Audimax der Universität Wien.Gefordert wird unter dem Motto „Bildung für alle – und zwar umsonst!“ der uneingeschränkte unentgeltliche Zugang zum tertiären Studiensystem sowie die Abschaffung beziehungsweise Revidierung des Bologna-Systems. Wenn es um die Eindämmung von Asylmissbrauch geht, gibt man sich unter Linken gerne rechtsstaatlich und verweist auf bestehendes bilaterales und internationales Recht. Im Falle der Bologna-Richtlinien sieht man bestehendes Recht als durchaus beugbar und konstruiert schwindelerregende Thesen zum Thema Demokratiefeindlichkeit. Allerdings ist man mit derlei linksextremen Aktionen der Demokratiefeindlichkeit wirklich gefährlich nahe, da man letztlich damit dem Steuerzahler und damit der Bevölkerung schadet. Irritierend ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich Demonstrationen von linker Seite immer gegen die Mehrheitsgesellschaft richten, obwohl sich das griechische Wort demos auf das Volk bezieht. Die von sozialistischer Seite beschworene Solidarität ist das nicht. Schädlich ist im Übrigen auch die Einstellung, zu suggerieren, Bildung sei umsonst. Völlig umsonst ist maximal ein dauerarbeitsloser Uni-Absolvent, der ein akademisches Segment bedient, mit dem weder der Kulturbetrieb noch die Industrie etwas anfangen kann - erstere Branche wegen Übersättigung am Arbeitsmarkt, letztere wegen Unbrauchbarkeit.
Folgt man den Forderungen der linken Studenten (keine Studiengebühren, keine Aufnahmetests und dafür bezahlt werden) dann hat dies folgende Konsequenzen: Nivellierung der universitären Ausbildung nach unten, Entwertung der universitären Abschlüsse, unerträgliche Studienbedingungen, weiterer Ansehensverlust der Universitäten gegenüber den Fachhochschulen in der Öffentlichkeit, vor allem bei den Arbeitgebern, weiterer Rückfall Österreichs in internationalen Rankings und damit einhergehend ein internationaler Prestigeverlust des Universitätsstandortes Österreich. Aufgrund des Wegfalls der Studiengebühren überschwemmt die zweite Garnitur ausländischer Studenten die österreichischen Universitäten und drückt das Niveau noch mehr nach unten. Dem bundesdeutschen Zungenschlag vieler ÖH-Funktionäre zufolge, gehören diese offenbar in ihrem Heimatland auch nur zur zweiten Wahl. Ungeachtet dessen, wer eigentlich das Fass der Kapazitäten zum Überlaufen bringt, wird hier ungeniert mehr Geld vom Österreichischen Staat gefordert.
Eines darf in puncto Finanzierung unserer Hochschulen nicht aus dem Auge verloren gehen: universitäre Bildung ist nicht nur Selbstzweck, sondern auch die Sicherstellung eines Staates beziehungsweise einer Region, eine zukunftsfähige Wertschöpfung zu garantieren. Diese Wertschöpfung ergießt sich wiederum in Steuereinnahmen zur Sicherung des Sozialsystems. Gerde deswegen ist Bildung nicht umsonst, sondern die Voraussetzung für den zukünftigen Erwerbsprozess. Die steuerlichen Transfergelder, wie beispielsweise die Kinderbeihilfe, sind sozusagen der Kick-Back der Einkommenssteuer, die ein Akademiker leistet. Hohes Gehalt, hohe Steuern, ein Zuckerl von der Politik zur Nervenschonung.
Die Universität sichert dem Staat auch die Forschung, die dazu notwendig ist, um deren Ergebnisse durch weitere ihrer Absolventen im Wertschöpfungsprozess anwenden zu können. Jede Studienrichtung garantiert dem Staat, ihm einen Nutzen zu bringen. Staat kann hierbei auch durch Eurpäische Union ersetzt werden. Ein Theaterwissenschafter gewährleistet den Kulturbetrieb, ein Architekt sorgt für die Beherbergung dieses Betriebs. Dazwischen liegt eine lange Kette an Branchen, die mit weiteren Arbeitsbereichen ein schier endloses Netz bildet. Dieses Netz ist die private Wirtschaft. Der Eckpfeiler unserer Existenz.
Daher ist es notwendig, dass die Universitäten letzten Endes bestimmen, wie sie obig beschriebene Notwendigkeiten erreichen möchten: Wie gewährleisten sie eine bedarfsorientierte Quote an Abschlüssen? Wie sichern sie das internationale Ansehen und geeignetes Personal für Forschung und Lehre und damit die Wertigkeit des Abschlusses? Das heißt, dass das generelle Einheben von Studiengeldern und in einzelnen Fächern ein Auswahlverfahren mit Bewerbung samt persönlichem Vorstellungsgespräch, unumgänglich erscheint. Ohne eine konsequentere Einbindung der Wirtschaft, die Suche nach Sponsoren, die Schaffung beziehungsweise Ausweitung eines Mäzenantentums und die Suche nach einem weiteren Träger und Erhalter neben dem Staat, werden die Hochschulen im internationalen Vergleich kaum konkurrenzfähig bleiben. Aber darum geht es der Linken gar nicht. Wäre die Linke an exzellenter Bildung auf globalem Niveau interessiert, würde sie keine Konzepte einer Universität des 19. Jahrhunderts anbieten. In Nordkorea oder Kuba scheint man damit zumindest ein Erfolgsmodell gefunden zu haben, denn dort ist die Bildung tatsächlich umsonst.